Sie können einen sehr guten Router, schnelles Internet und einen modernen WLAN-Standard haben, und trotzdem ist die Abdeckung in einem Zimmer hervorragend und im anderen sehr schwach. Einer der wichtigsten Gründe sind die Wände zwischen Router und Gerät — nicht jede Wand dämpft das WLAN-Signal gleich stark.
Warum schwächen Wände WLAN?
WLAN-Signal ist eine Funkwelle. Beim Durchqueren eines Hindernisses kann ein Teil ihrer Energie absorbiert, reflektiert oder gestreut werden. Je mehr solcher Hindernisse zwischen Router und Gerät liegen, desto größer können die Verluste sein. Deshalb kann ein Router, der wenige Meter entfernt, aber hinter drei Wänden steht, eine deutlich schlechtere Verbindung liefern als einer in ähnlicher Entfernung im offenen Raum.
Spielt die Wandart eine Rolle?
Ja — und oft sehr stark. Unterschiedlich verhalten sich:
- leichte Trennwände
- Gipskarton
- Ziegel
- Beton
- Stahlbeton
- Wände mit metallischen Konstruktionselementen
Es gibt jedoch keinen universellen Dämpfungswert für jeden Wandtyp — das tatsächliche Verhalten hängt auch von Dicke, Feuchtigkeit, Konstruktion und Signalfrequenz ab. Werte aus vereinfachten Tabellen sollten daher nur als Orientierung dienen.
Beton und WLAN
Beton kann die WLAN-Ausbreitung deutlich einschränken. Bei Stahlbetonkonstruktionen kann das Problem noch größer sein, da die Metallbewehrung ein zusätzlicher Faktor ist. Deshalb brauchen Wohnungen in massiv gebauten Häusern oft eine andere WLAN-Punkt-Verteilung als Wohnungen in Leichtbauweise.
Ziegel und WLAN
Ziegelwände können das Signal ebenfalls deutlich schwächen, besonders wenn sie dick sind. Ein altes Haus mit dicken Mauern kann daher eine größere WLAN-Herausforderung sein als eine moderne Wohnung ähnlicher Größe.
Gipskarton und WLAN
Eine leichte Trennwand ist meist ein geringeres Hindernis als eine dicke Betonwand. Das heißt aber nicht, dass man solche Wände völlig ignorieren kann — stehen mehrere solcher Trennwände hintereinander zwischen Router und Gerät, kann ihr gemeinsamer Effekt erheblich sein.
Spielen auch Türen eine Rolle?
Ja. Besonders problematisch können Türen mit viel Metallanteil sein. In der Praxis lohnt es sich daher, nicht nur die im Grundriss markierten Wände zu betrachten, sondern den gesamten Signalweg zwischen den Netzpunkten.
Und Spiegel?
Große Metallflächen und manche Einrichtungselemente können die Ausbreitung von Funkwellen beeinflussen. Deshalb sollte der Router nicht direkt hinter einem großen Metallelement stehen oder von Materialien umgeben sein, die das Signal stark beeinflussen können.
2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz und Wände
Auch die Frequenz spielt eine Rolle. Die Faustregel ist einfach: je höher die Frequenz, desto mehr zählen normalerweise Hindernisse auf dem Signalweg. 6 GHz kann unter den richtigen Bedingungen also hervorragende Leistung bieten, löst aber nicht das Problem vieler dicker Wände. In der Praxis sollte man ein Band also nicht allein nach seiner Maximalgeschwindigkeit wählen.
Löst ein stärkerer Router das Wandproblem?
Nicht unbedingt. Liegt das Problem am Gebäudegrundriss, bringt eine höhere Leistung eines einzelnen Routers möglicherweise nicht den erwarteten Effekt. Oft wirksamer ist es, einen zusätzlichen WLAN-Punkt näher an den Bereich zu setzen, der bessere Abdeckung braucht — genau deshalb sind Mesh-Systeme und zusätzliche Access Points in großen Häusern so beliebt.
Wie sollten Wände die WLAN-Planung beeinflussen?
Am besten beginnen Sie nicht mit der Gerätewahl. Analysieren Sie zuerst:
- den Raumgrundriss
- die Anzahl der Wände
- deren Art
- die Anzahl der Etagen
- den Anschlusspunkt des Internets
- die Stellen, an denen Sie gutes WLAN brauchen
Erst danach legen Sie Anzahl und Platzierung der Punkte fest.
Zusammenfassung
Wände sind einer der wichtigsten Faktoren für die WLAN-Reichweite. Besonders relevant können sein:
- dicke Betonwände
- Stahlbetonkonstruktionen
- dicke Ziegelmauern
- viele aufeinanderfolgende Trennwände
- Metallelemente
Gutes WLAN sollte nicht allein anhand der Wohnfläche geplant werden — entscheidend ist der tatsächliche Grundriss. Je besser Sie Wände und Hindernisse schon in der Planungsphase berücksichtigen, desto geringer ist das Risiko von WLAN-Funklöchern.
Sie möchten nicht raten? Laden Sie Ihren Grundriss in Perfect WiFi hoch und prüfen Sie, wo ein Router oder Mesh-Knoten tatsächlich die beste Abdeckung bringt.
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